Nun, es ist nun Mal so. Da bitten Umlala auf Facebook um eine Übersetzung eines Artikels auf ZEIT-online, der wohl von ihnen handelt. Also habe ich mir die Mühe gemacht, diesen Artikel zu lesen und zu übersetzen. Beim Lesen kam mir, gelinde gesagt, das Essen hoch und das aus mehreren Gründen.
Der Duktus
Eigentlich sollte verbale Masturbation ja verboten sein, aber nichts anderes ist in diesem Artikel geschehen. Beispiel gefällig? „Wer kann nämlich schon aus seiner phänomenologischen Haut und schafft es, Musik frei von Herkunft, Genealogie und Umständen zu konsumieren? Dass dieses zur Bigband aufgeblähte Quintett aus Jerusalem stammt, diesem historiensatten, krisenerprobten, so streitbaren wie umstrittenen Ort, kann man schlechterdings nicht trennen von seinem kunterbunten Trashpop.“ (Quelle)
Die „soziokulturelle Analyse“
Umlala machen geile Musik, sie machen internationale Musik und haben internationale Fans. Dass sie aus Israel, genauer gesagt Jerusalem kommen, verheimlichen sie nicht (wie in einem Kommentar zu dem Artikel angedeutet), hängen es aber auch nicht an die große Glocke. Ihre Texte, sind alles andere als politisch und die Musik ist, wie sie ist.
Und dann kommt ein ZEIT-Redakteur daher, der sich in Behauptungen über Umlala, ihre Musik und ihren Sound ergeht, welche sich auf den Umstand gründen, dass Umlala ja gesondert betrachtet werden müsse, weil sie ja aus dem ach so „ historiensatten, krisenerprobten, so streitbaren wie umstrittenen Ort“ namens Jerusalem kommen. Wenn dem so wäre, hätte der Herr Redakteur einfach mal ne E-Mail an Umlala schreiben oder sie anrufen können und aus den Vermutungen, welche hier als Tatsachen dargestellt werden, hätte vielleicht eine verifizierte Tatsache werden können.
Umlala jedenfalls wurde nicht von der ZEIT an gemailt, um diese Behauptungen zu be-oder entkräften. Dank der ZEIT hat Umlala jetzt den Stempel der israelischen Kapelle, deren Musik mit ihrer Stadt, deren Geschichte und Krisen untrennbar verbunden ist, weil ein selbst verliebter Redakteur unbedingt einen nicht vorhandenen Bogen zwischen einer Band und ihrer politischen Lebenssituation spannen musste, um sich seine feuilletonistischen Eier zu kraulen!