Eine kleine Diskussion mit Katja, der Social Networkerin von Rock The Biz, hat mich nun doch dazu veranlasst, ein paar Gedanken zu dem Artikel des Ex-Myspace CEO Michael Jones über die Gründe des Niedergangs des einst mächtigsten Social Networks niederzuschreiben.
Kurz gesagt, ergeht sich Mr. Jones in seinem "5 Dinge, die ich durch den Untergang von Myspace gelernt habe"- Artikel in einer unglaublich oppulenten, mit Metawörtern gespickten und imho völlig an der Realität vorbeischlitternden Selbstreflektion, dass man als sich als User nun nicht mehr wundert, warum Myspace derart in den Sack gehauen hat.
Wer sich den Artikel antun will, und das sollte man, wenn man sich in die kaputte Gedankenwelt eines CEOs von Jones Kaliber eindenken will, der kann das hier tun: tech.fortune.cnn.com/2011/10/24/mike-jones-myspace/
Wer nun, wie ich das Gefühl hat, dass Jones wohl zu lange in seiner CEO-Blase geschwommen ist, dem pflichte ich bei, denn Jones erwähnt mit keinem Wort, was uns User dazu gebracht hat, der Plattform den Rücken zu kehren.
Auf gut deutsch, der Kunde wurde auf einmal wie der letzte Arsch behandelt, seiner Individualität beraubt und zwangsweise bevormundet.
Und Jones, die Blitzbirne, vergleicht dann mit Facebook und Co, wie die das ja gehandelt hätten und wie konsequent das doch gewesen sei. Ja meine Güte du Lappen, schon mal drüber nachgedacht, dass es gerade die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten waren, die die Leute an Myspace schätzten?
Und schon mal drüber nachgedacht, warum man dann doch lieber in ein funktionierendes, wenn auch unitaristisches Facebook wechselt, anstatt sich mit einer beschissen ausgearbeiteten Kopie zufrieden zu geben?
Hätte Herr Jones sich mal um die User und ihre Beschwerden gekümmert, dann könnte imho Myspace immer noch am Start sein, vielleicht mit einem besseren Fokus auf Musik aber mit dem Charme der Individualität, die ja irgendwie doch gerade zu Künstlern gehört. Denn sich beschwerende Kunden SIND NOCH KUNDEN!!!
Ignoranz führt dann zur Abwanderung. Punkt!