Dieser Monat scheint mit dem linken Fuss aufgestanden zu sein, wenn es darum geht, engagierte Musiker und Blogbetreiber in die Knie zu zwingen.
Fjedendigga hat vor ein paar Tagen angekündigt, sich aus dem Musikgeschäft zurück zu ziehen. Gründe dafür seien Frustration, das Business an sich, der Verlust an Spass.
Und nun haut auch noch der aussergewöhnlich gute Musikblog nicorola in den Sack. Gründe dafür seien unter anderem Lustlosigkeit, sich während eines Konzertes Gedanken über eine Review machen zu müssen oder täglich Feeds zu lesen, um interessante Nachrichten zu verfassen.
Auf der einen Seite kann ich all das sehr gut nachvollziehen. Die Wertschätzung, die man gerne bekommen würde für die Arbeit, die man täglich in die Artikel auf der Homepage oder die Sendung steckt und dann doch irgendwie ausbleibt.
Klar es gibt da einige Ausnahmen, Labels oder Künstler, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, feiern und verlinken die Sendung, adden, liken und embedden wie bescheuert. Das lässt unser Redakteursherz dann wieder höher schlagen.
Andererseits, wird man von anderen Labels promomässig penetriert und Feedbacks werden eingefordert und genervt wird, aber wenn es mal darum geht, die Homepage zu verlinken oder wenigstens einen Link zum Sendungsmittschnitt zu posten (dieser wird direkt von uns bereitgestellt via Facebook, twitter, soundcloud etc.), dann herrscht das große Schweigen im Walde.
Und ja, das geht einem an die Substanz, diese Taker-Mentalität von denen, die eigentlich ja was von uns Redakteuren wollen, nämlich vorgestellt zu werden, ihre Airplay zu bekommen.
Wehe, ein Feedbackformular ist mal nicht rechtzeitig zurückgeschickt worden, dann gibt es gleich die Reminder. Aber im Gegenzug die Sendung oder die Homepage featuren, was ja auch im Interesse des Künstlers ist, das ist sehr vielen Künstlern und Labels dann doch zu viel Entgegenkommen.
Und diese Mentalität erfordert ein dickes Fell bei uns Redakteuren, Bloggern und eben auch bei Musikern.
Wer gibt und gibt, der braucht eben auch Bestätigung. Das allerdings habe ich mir persönlich schon lange abgeschminkt. Wenn man dann aber mal ein unerwartetes Lob für seine Arbeit bekommt, dann wiegt dies viel stärker.
Und vielleicht ist auch gut so, im Untergrund weiter zu arbeiten, nicht mit Lobeshymnen von den Massen überschüttet zu werden, denn das kann ebenfalls ganz schön nach hinten los gehen und man endet konturlos und angepasst, wie z.B. laut.de