Es wird viele freuen, zu hören, dass sich so manche Radiosender aus den Hitparaden-Senderotationen herausnehmen und Musikradio im ursprünglichen Sinne wieder anbieten.
Was in den Internetradios schon seit langem praktiziert wird, scheint nun auch für terrestrische Radios wieder interressant zu werden.
Der Schweizer Jugendsender "105" hat einen neuen Sender namens "Rocknation" seit dem 8.10.08 on air gebracht, der sich ausschließlich mit Rockmusik beschäftigt.
Halt! werden da nun viele schreien, das gibt es es doch auch schon in Deutschland (Rockland, harmony.fm etc.). Stimmt, nur ein essentieller Unterschied zeichnet sich hier ab. Während Rockland und Konsorten nichts anderes machen, als die damaligen Top 10 Hits rauf und runter zu dudeln, wird bei Rocknation tief in die Plattenkisten gegriffen und von Pink Floyd eben nicht "The Wall" (eigentlich ja "propper education") oder von The Clash "Should I stay or should I go" gespielt.
Nein, hier gibt es eben die Teile zu hören, die man damals mit seinen Freunden auf den LPs gehört hat, Tracks, die geil aber nicht unter den Top 10 waren und doch so wichtig für einen selbst waren und sind.
Aber, und das ist auch nicht zu vernachlässigen, hier werden auch aktuelle Rock-Künstler gespielt und auch diese kommen nicht aus den üblich verdächtigen Hitrotationen. Per Trailer werden die Klassiker angekündigt oder die Newbies.
Wirtschaftlich sollen Hörer zwischen 15 und 50 angesprochen werden. Die NZZ schreibt dazu: "Der Betreiber des Jugendradios «105» will mit seinem neuen Sender auch Erwachsene erreichen. Diese werden zurzeit vermehrt umworben. Auch Radio DRS 1 hat vor Jahresfrist verkündet, künftig Musik von Beatles über Rolling Stones bis Bruce Springsteen zu spielen. Seit März 2008 ist in Zürich der Sender Radio 1 mit einem ähnlichen Musikkonzept auf Sendung. Mit Songs aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die bei älteren Semestern Nostalgiegefühle auslösen, wird eine Generation angesprochen, die in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigt worden ist. Nun scheint man sich offenbar auf deren Kaufkraft zu besinnen." (Quelle: nzz.ch)