Tja liebe Kellerkinder,
da ich ja sozusagen direkt an der Quelle sitze und mir schon hunderte von neuen Punkbands anhören musste, muss ich jetzt mal meinen Frust loswerden.
Lasst uns mal über Punkmucke nachdenken. Ich komme eigentlich vom Punk und bin mittlerweile davon überzeugt, dass viele Punkbands, die sich heute als solche ausgeben, vom Punk denken, dass er aus drei Akkorden und ewig wiederholten "ohohooooohooo"-Parolen besteht.
Ja, da war mal Pennywize usw. und da war das auch noch ganz lustig. Aber habt ihr mal was von den Dead Kennedys oder NoMeansNo gehört? Sind Euch Jello Biafra, die Skeptiker, Creaming Jesus, Party Killing Service oder Gang Green überhaupt ein Begriff? Habt Ihr irgendwie mitbekommen, dass sich schon seit 15 Jahren der Punkrock irgendwie entwickelt hat?
Es gibt sicherlich auch ein paar Ausnahmen im Newcomerbereich wie z.B. Sin Stanley aber was mir mittlerweile ins Haus flattert ist, bitte entschuldigt, ZUM KOTZEN!!!
Wieviele Blink182 Soft-Punk Kopien wollt Ihr eigentlich noch produzieren? Leute, das ist nicht mehr zum aushalten. Ihr hört Euch mittlerweile fast alle gleich an, da ist kaum was Innovatives zu vermerken oder auch nur irgendeine Entwicklung zu sehen.
Als Green Day aus ihrem Stammclub rausflogen, weil sie zu erfolgreich und angeblich zu mainstreamig wurden, haben die Leute wohl nicht kapiert, dass sich zu entwickeln nicht bedeutet, ein Genre zu verraten. Und ganz ehrlich, ich hör mir mittlerweile lieber ne Greenday CD an, als noch irgendeine neue 3-Akkorde Parolenpunkband, deren Mucke schon vor 15 Jahren langweilig war.
Also liebe Punk-Bands, nehmt Euch wenigstens Peter Bursch's Gitarrenbuch zur Hand und fangt endlich wieder an, dem Punk alle Ehre zu machen!!! Und das geht auch inhaltlich weit über Sauflieder und Anti-Nazi-Parolen hinaus. Ihr denkt doch garantiert, dass Jello Biafra bei "Holiday in Kambodia" von ner besonderen Sorte Marihuana namens "Pol Pot" singt, wenigstens lassen Eure Texte stark darauf schließen, dass Ihr politisch ebenso parolenhaft gebildet und informiert seid.
Euer Kellerkind
Marc Weissenberger